Das Problem mit der Engstelle in der Ambros Rieder-Gasse

Die Verbindung zwischen Donauwörther Straße einerseits und dem Autobahnzubringer über die Mühlgasse andererseits ist schon sehr lange das Problemkind in der Perchtoldsdorfer Verkehrs- bzw. Mobilitätspolitik. In dieser Grafik wird ersichtlich, wieso:Problemstellung

Seit kurzem liegt der Gemeinde eine verkehrstechnische Analyse und Beurteilung der Ambros Rieder-Gasse vor, die zu folgendem Schluss kommt:

Aus verkehrstechnischer Sicht ist der vorhandene Straßenraum (im Bereich der Engstelle) mit den gegebenen Anlageverhältnissen nicht geeignet, die bestehenden Verkehrsfrequenzen im Sinne der Erfordernisse für die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs aufzunehmen.

01 Ambros-Rieder-Gasse

Besonders das Thema Sicherheit muss uns als Gemeinde beschäftigen. Es kommt nämlich auf einer  Länge von mindestens 50m zu einer signifikanten Überlappung des Lichtraums der Fahrzeuge mit dem Verkehrsraum der FußgängerInnen. D.h. dass z.B. die Rückspiegel über den Gehsteig ragen. Und das selbst dann, wenn sich alle StVO-konform verhalten, also nicht schneller als 40 km/h fahren und das Fahrzeug inklusive Rückspiegel nicht breiter als die dort vorgeschriebenen 2 Meter ist. Aber wie viele Autos gibt es heutzutage noch, die so schmal sind? Und wie viele wissen, dass ihr Auto inklusive Rückspiegel breiter als 2 Meter ist?

Es hat in der Vergangenheit nun schon zahlreiche Versuche gegeben, um dieses Problem zu beheben, diese führten aber allesamt nicht zu einer dauerhaften Lösung.

Gegenwärtig wird nun ein Ansatz untersucht, wonach das Linksabbiegen von der Donauwörtherstraße in die Wienergasse möglich wird. Diese Variante war immer schon in Diskussion, galt aber auch wegen der beengten Anlageverhältnisse als eher schwierig umzusetzen.

Da wir wirklich alle Varianten bis ins Detail ausloten müssen, hat die Gemeinde eine Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben, aus der hervorgeht, wie eine Linksabbiegemöglichkeit umsetzbar wäre.

Hier ist der Plan dazu:

Plan Linksabbieger Spitalskirche

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Variante etwa 75% des aktuell durch die Ambros Rieder-Gasse fahrenden Verkehrs aufnehmen kann. Die übrigen 25% würden sich über andere Routen verteilen.

Diese Lösung hätte auch einen großen positiven Nebeneffekt. An der Kreuzung Wienergasse / Donauwörther Straße kommt es trotz Ampelregelung immer wieder zu heftigen Unfällen. An den letzten vier waren illegale Linksabbieger beteiligt. Das jetzt auch schon sehr gehäuft vorkommende Linksabbiegen wäre mit Umsetzung dieser Variante geregelt, legalisiert und ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Da das freilich auch ein größerer Eingriff in die Verkehrsorganisation im Ort ist, muss gleichzeitig auch eingehend untersucht werden, welchen Beitrag die Ambros Rieder-Gasse zur Bewältigung des Mobilitätsbedarfs leisten kann. Da hilft zB ein Blick auf das Perchtoldsdorfer Radroutennetz weiter, insbesondere in Hinblick auf seine Familienfreundlichkeit:

Perchtoldsdorf_A3-Schubert&Frantzke+Qualitäten+Straßennamen

Wie zu erkennen ist, verläuft quer durch Perchtoldsdorf eine Barriere, die den Ort punkto familienfreundlicher Radverbindung in einen Nordwestteil und einen Südostteil spaltet. Und es ist auch zu erkennen, wo sich diese Barriere am ehesten überwinden ließe: nämlich zwischen Ambros Rieder-Gasse und Eigenheimstraße. Das wäre zudem nicht nur im örtlichen Radroutennetz ein strategisch wichtiger Lückenschluss sondern auch im überörtlichen, da dort so gut wie alle Radrouten zu Zielen außerhalb Perchtoldsdorfs zusammenlaufen. Die neue Nutzung des Ambros Rieder-Gasse könnte so sogar einen entscheidenden Beitrag leisten, die Verkehrsbelastung im ganzen Ort und darüber hinaus zu reduzieren.

In einem nächsten Schritt muss untersucht werden, welche Veränderungen diese Maßnahme im Modal Split bewirkt. Es wäre nicht verwunderlich, wenn wir so in Perchtoldsdorf die Vorgabe aus der Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung, nämlich den Radverkehrsanteil zu verdoppeln, erreichen können. Bei der letzten Mobilitätserhebung des Landes NÖ aus 2013/14 kam Perchtoldsdorf auf einen Radverkehrsanteil von 5%. Da haben wir im Vergleich mit anderen Orten noch gehörig Luft nach oben.

Ja, noch ist nichts definitiv entschieden, außer dass in absehbarer Zeit eine dauerhafte Lösung herbeigeführt werden muss. Aber meiner Einschätzung nach waren wir einer solchen noch nie so nahe 🙂

 

 

 

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Gauguschgasse: Maßnahmen zeigen Wirkung

Es liegen aktuelle Zahlen zu den jüngst gesetzten Maßnahmen (Anrampungen und Verengungen) in der Gauguschgasse vor. Im Vergleich zu ortsgleichen Messungen aus dem Oktober 2014 fahren nun an Werktagen etwa 200 bis 300 Fahrzeuge pro Richtung weniger durch, das entspricht 10 bis 15% des täglichen Verkehrsaufkommens. Das durchschnittliche Geschwindigkeitsniveau hat sich dabei in beiden Richtungen von 50 km/h auf etwa 40 km/h gesenkt.

Hier können die zugehörigen Erhebungsprotokolle eingesehen werden:

So weit, so erwünscht. Wie vorherzusehen war, gibt es natürlich auch einige weniger erwünschten Nebenwirkungen. Besonders die einstweilen provisorisch aufgestellten Betonringe sorgen für reichlich Unmut und der Lkw-Verkehr hat sich zwar in der illegalen Richtung zur Mühlgasse hin deutlich reduziert, aber auch in der Gegenrichtung und dürfte nun zum Teil illegalerweise über die obere Mühlgasse ausweichen.

Es geht nicht nur um die Gauguschgasse

Durch die Gauguschgasse hatte sich immer mehr ein weitgehend ampelfreier Schleichweg insbesondere zwischen dem westlichen 23. Wiener Gemeindebezirk und dem Autobahnanschluss Brunn am Gebirge etabliert. In der Morgenspitze kamen beispielsweise etwa 50% des in die Gauguschgasse einfahrenden Verkehrs die Wienergasse von Liesing herauf, weitere 40% von der Ketzergasse her durch die Franz-Siegel-Gasse und nur 10%  von der Plättenstraße her. Von diesem großräumigen Ausweichverkehr war natürlich nicht nur die Gauguschgasse sondern insbesondere auch das nördlich davon gelegene Siedlungsgebiet, also der Sooßenhügel mit zahlreichen ungeregelten Kreuzungen, und die untere Mühlgasse belastet.

Zur grundlegenden Problematik sei auch auf diesen Beitrag verwiesen.

 

Es ist so weit – die Diskussion ist eröffnet!

Nach einer langen sich aus mehreren Quellen speisenden Vorgeschichte hat sich seit November 2013 nun aus mehreren Strängen ein Konzept verdichtet, das mittlerweile so weit gediehen ist, um eine ernsthafte öffentliche Diskussion darüber zu führen.

Es handelt sich dabei um einen neuen Typ Straßenbahn, die auf der nun völlig ungenutzten Trasse der Kaltenleutgebner Bahn entwickelt werden könnte. Nach einer ersten intensiven Phasen der Vorsondierung, stehen wir nun vor dem nächsten größeren Schritt: in einer fundierten Sondierungsstudie, einem sogenannten „Urbanen Mobilitätslabor“, soll das Konzept – es hört derweil auf den Arbeitstitel „Tram on Demand“ – in all seinen Aspekten professionell durchgecheckt werden, wobei wir als Ergebnis anstreben, eine möglichst solide Entscheidungsgrundlage zu haben, bevor dauerhafte Maßnahmen zur Entscheidung anstehen.

Wer sich genauer interessiert bzw. auf dem Laufenden bleiben möchte, dem sei der neu eingerichtete Blog unter http://tramondemand.at empfohlen. Wer die weitere Entwicklung des Projekts quasi live mitverfolgen will, ist in unserer Facebook-Gruppe gut aufgehoben. Dort gibt es auch jeweils die Möglichkeit mitzudiskutieren und selbstverständlich sind alle konstruktiven Beiträge willkommen! Das Projekt verträgt noch viele mitdenkende und zupackende Hirne und Herzen, damit es in ansehbarer Zeit wohl gedeiht 🙂

Zur weiteren Einstimmung hier die ersten Medienberichte:

Die Titelseite der NOE24 vom 1.6.2014

20140530 NOE24 01 AusschnittAus der NÖN vom 4.6.2014:

20140604 NÖN 01 Tramondemand Ausschnitt

Und wer sich lieber persönlich informieren möchte, sei herzlich zum kommenden Jane’s Walk eingeladen:

20140615 Jane's Walk 72

Mobilitätskosten-Rechner für Immobilien

Standortentscheidungen sind meist wichtige, langfristig wirksame und mit hohem Kapitaleinsatz verbundene Entscheidungen. Die Wohn- oder Betriebsstandortwahl ist eine wichtige Entscheidung im Leben von Menschen bzw. ist ausschlaggebend für den Erfolg von Betrieben. Standortentscheidungen haben auch unmittelbaren Einfluss auf das Mobilitätsverhalten von Menschen über viele Jahre hinweg.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts wurde ein Online-Werkzeug zur Berechnung der Mobilitätskosten einer bestimmten Immobilie erstellt. Mit dem Mobilitätsrechner ist es möglich die mittelfristigen Mobilitätskosten und deren Folgekosten realistisch abzuschätzen.

Auf http://www.mobilitaetsausweis.at finden Sie alle weiteren Informationen.

Radrundfahrt zum Radlrekordtag am 22. September 2012

„Mit dem RADL Grenzen überwinden“ lautet das Motto des RADLrekordTAGES 2012. Damit sind sowohl räumliche Grenzen als auch „Grenzen im Kopf“ und „Grenzen“ zwischen Verkehrsmitteln gemeint (radland.at).

In zahlreichen europäischen Städten und Gemeinden findet alljährlich zwischen 16. und 22. September die Mobilitätswoche mit dem Autofreien Tag statt. Ziel dieser Initiative ist es, der Bevölkerung klimaverträgliche Mobilität schmackhaft zu machen. Mit vielen verschiedenen Aktionen und attraktiven Angeboten wird Lust aufs Gehen, Rad fahren und auf die Öffis gemacht. In Niederösterreich ist der RADLrekordTAG (immer samstags) das Highlight der Mobilitätswoche. Heuer treffen sich der RADLrekordTAG und der Autofreie Tag am Samstag, den 22. September 2012.

In Fortsetzung der im Vorjahr durchgeführten gemeinsamen Wien-Niederösterreich-Radtour veranstaltet heuer die Marktgemeinde Perchtoldsdorf eine gemeinsame, für alle Interessierten offene Besichtigungsradrundfahrt durch den Bezirk Mödling. Wir werden verschiedene Stationen anfahren, wo Verbesserungsmaßnahmen für den Alltagsradverkehr entweder bereits vor Kurzem umgesetzt wurden, sich in Umsetzung befinden oder noch zu diskutieren sind.

Programm:

Ab 9 Uhr – Eintreffen und Stärken im Restaurant Alexander, Perchtoldsdorf, Marktplatz 10

10 Uhr – Abfahrt

ca. 10:15 Uhr – Brunn am Gebirge, Wasserwerkstraße (Lückenschluss bereits umgesetzt, Austausch über Erfahrungen)

ca. 10:30 Uhr – Maria Enzersdorf, Liechtensteinstraße (Lückenschluss in Umsetzung)

ca. 11:00 Uhr – Mödling, Besichtigung der neu gestalteten Hauptstraße

12:00 Uhr – Mödling, Nähe Bahnhof, Doktor-Otto-Scheff-Weg, Beginn eines möglichen Radhighways nach Wien, vgl. auch Radhighway durch den Bezirk Mödling

ca. 12:15 Uhr – Maria Enzersdorf, Hans-Weigel-Gasse, mögliche Trassenvarianten eines Radhighways

ca. 12:45 Uhr – Brunn, Brunner Straße/Wienerstraße, mögliche Trassenvarianten eines Radhighways

ca. 13:15 Uhr – Perchtoldsdorf, Brennergasse, mögliche Trassenvarianten eines Radhighways

ca. 14:00 Uhr – Perchtoldsdorf, Karlwirt, Anschluss an das Wiener Radroutennetz

ca. 14:15 Uhr – Perchtoldsdorf, Eigenheimstraße/Wiener Gasse, mögliche Neugestaltung der mittleren Wiener Gasse

ca. 14:45 Uhr – Eintreffen und Ausklang beim Heidefest

Die Route in GoogleMaps:

Wasser weg? Die Rio+20 Kulturwanderung machte Station in Perchtoldsdorf

Am 28. Mai macht die „Wasser weg? Rio+20 Kulturwanderung in Perchtoldsdorf Station. Mehr als 110 km legten die TeilnehmerInnen der 5-tägigen Wanderung entlang der 1. Wiener Hochquellenwasserleitung am Pfingstwochenende 2012 zurück. Hintergrund und Anlass für das von kulturen in bewegung/VIDC initiierte Projekt war die UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung RIO+20.

Zielsetzung des Projektes „wasser-weg“ war es, die TeilnehmerInnen zu ermutigen, den eigenen Lebensstil in Frage zu stellen; die Lebensgrundlage Wasser aus einer globalen Perspektive zu thematisieren; mittels inter- und transkultureller Kunstprojekte kritische Auseinandersetzung und Diskurs anzuregen; die Aktivitäten von Umwelt-Initiativen und deren Visionen sichtbar zu machen; sowie künstlerische Auseinandersetzung zum Thema „Nachhaltigkeit“ anzuregen. Sich gemeinsam, bewusst auf den Weg zu machen, um Perspektiven zu entwickeln – wider die Resignation angesichts der prekären globalen Lage!“

Nach einer kleinen von der Marktgemeinde Perchtoldsdorf zur Verfügung gestellten Stärkung und der Verkostung von Perchtoldsdorfer Wasser machte sich die Gruppe der Wiener Wasserleitung folgend auf den Weg Richtung Liesing.

Der komplette Bericht kann hier heruntergeladen werden (10.8 MB, .docx).

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Kindermeilen-Kampagne – Wege für ein besseres Klima

Kindergartenkinder und SchülerInnen aus ganz Europa beteiligen sich jährlich von März bis November an dieser Klimabündnis-Kampagne und sammeln umweltfreundliche Schul- und Kindergartenwege!

Das Klimabündnis ist das größte kommunale Klimaschutz-Netzwerk Europas. Die globale
Partnerschaft verbindet mehr als 1.600 Gemeinden aus 18 Ländern in Europa mit
Indigenen Völkern des Regenwaldes. In Österreich haben sich über 920 Gemeinden,
alle Bundesländer, 660 Betriebe und mehr als 280 Bildungseinrichtungen dem
Klimabündnis angeschlossen. Ihr gemeinsames Ziel ist eine umfassende Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen sowie der Schutz des Regenwaldes.

Alle Infos gibt es hier.

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