2. Vernetzungstreffen von Bürgerinitiativen zur Verringerung der Verkehrsbelastung

Presseinformation der Bürgerinitiative Scholau

Am 12. April 2013 fand beim „38er“ in Perchtoldsdorf wieder auf Einladung der Bürgerinitiative Scholau ein weiteres Vernetzungstreffen mit Bürgerinitiativen und AnrainerInnen der Kaltenleutgebner Bahn statt. Nach einer kurzen Darstellung der Verkehrsproblematik in Perchtoldsdorf und der bisherigen Aktivitäten durch Mobilitätsgemeinderat Christian Apl wurden die Situation und mögliche Lösungsansätze diskutiert.

Da das Bauvorhaben mit 450 Wohnungen im Kaltenleutgebner Tal im Herbst zu bauen begonnen wird und zudem die eisenbahnrechtliche Konzessionierung der Trasse der Kaltenleutgebner Bahn mit Dezember auszulaufen droht, besteht eine gewisse Dringlichkeit rasch zu zukunftstauglichen Lösungen zu gelangen. Eine Neukonzessionierung würde sehr aufwändig und entsprechend teuer werden. Die Diskussion hielt sich deswegen nicht lange mit Schuldzuweisungen auf, sondern es wurde eine Reihe von konstruktiven Lösungsansätzen vorgebracht und besprochen.

Bekräftig wurden dabei die beiden schon zuletzt artikulierten Forderungen:

  1. Die Trasse soll in jedem Fall zur Gänze erhalten bleiben und auch nicht asphaltiert werden.
  2. Sollte der Personenverkehr auf der Trasse wieder aufgenommen werden, muss das so lärmarm wir möglich, nach dem neuesten Stand der Technik, erfolgen.Neu wurden folgende Punkte zum Konsens erhoben:
  3. Es soll untersucht werden, ob die Trasse unter Denkmalschutz gestellt werden kann.
  4. Eine Park&Ride-Anlage beim Bauprojekt Waldmühle soll ins niederösterreichische Park&Ride-Anlagen-System integriert werden.
  5. Es soll ein Gesamtkonzept für den Öffentlichen Verkehr in der Region unter Berücksichtigung der zu erwartenden Entwicklungen und Trends neu erstellt werden.

Erwartet wird nun eine größere Informationsveranstaltung, wie zuletzt von Bürgermeister Martin Schuster zugesagt, wo alle Beteiligten ihre Sicht der Dinge darlegen und die Ergebnisse der von den Ländern NÖ und Wien eingerichteten Arbeitsgruppe präsentiert werden.

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2 Antworten

  1. Ich glaube, dass es notwendig ist herauszustreichen, dass das Ziel unserer Bemühungen ist,
    • den Straßenverkehr in Perchtoldsdorf – und Rodaun und Liesing – der bereits ein unzumutbares Ausmaß angenommen hat – und mit der Eröffnung der Wohnhausanlagen Neumühle und Waldmühle weiter zu steigen droht – zu verringern, und
    • dass der einzige Weg dazu darin besteht, den Pendler- und Schülerverkehr aus dem Kaltenleutgebener Tal teilweise auf die Schiene, d.h. auf die Kaltenleutgebener Bahn zu verlagern.

    Dies sollte nicht nur im Interesse von lärm- und abgasgeplagten Anrainern (in Perchtoldsdorf, Rodaun und Liesing) sein, sondern mindestens genauso im Interesse der Pendler und Schüler, die im Kaltenleutgebener Tal unterwegs sind – aber auch von Reisenden aus Perchtoldsdorf und Rodaun, denen Haltestellen der Kaltenleutgebener Bahn eine schnellere öffentliche Verbindung anbieten als es derzeit der Fall ist.

    Ich glaube, dass man der Furcht vor Lärmbelästigung durch die Kaltenleutgebener Bahn mit Argumenten relativ gut entgegen treten kann. Die modernen Elektrotriebwagen (Reihe 2024) und Dieseltriebwagen (Reihe 5022) der ÖBB und die modernen Triebwagen der WLB (Badner Bahn) sind extrem lärmarm – davon können sich lärmfürchtende Anrainer der Talgasse oder der Wasmuthgasse jederzeit überzeugen, z.B. auf der kurven- und steigungsreichen Vorortelinie (S45) in Wien oder an der Badnerbahn, sie seit Jahrzehnten durch dicht verbautes Siedlungsgebiet u.a. in Baden, Tessdorf, Guntramsdorf und Wien fährt.

    Die früher hier zur Zementfabrik verkehrenden Güterzüge mit Dieselverschubloks sollten – ebenso wenig wie die vom Verein Pro Kaltenleutgebener Bahn hin und wieder geführten Züge mit Dampflokomotive mit zweiachsigen, alten Personenwagen – als „Maß“ für die zu erwartende Lärmbelästigung herangezogen werden.

    Übrigens habe ich in Erinnerung, dass zur Zeit, als die Zementfabrik noch in Betrieb war – d.h. jedenfalls auch Mitte der Siebzigerjahre, als die betroffenen Häuser an der Wasmuthgasse gebaut wurden – , bis zu fünf Zugpaare täglich auf der Kaltenleutgebener Bahn fuhren (und nicht bloß eines, wie dies in den letzten Jahren, als die „Zementfabrik“ nur noch als Verladeanlage in Verwendung war, der Fall war).

    Festhalten sollte man noch, dass ein Personenverkehr auf der Kaltenleutgebener Bahn primär dem Pendlerverkehr dienen wird, d.h. die meisten Züge werden zu Tageszeiten (und an Wochentagen) verkehren, zu denen man eher nicht im Garten an der Bahn sitzt.

    Auch möchte ich darauf hinweisen, dass das sicherlich schwerwiegendste Lärmproblem Perchtoldsdorfs der Flugverkehr ist, der sicherlich mehr zur Liegenschaftsentwertung beiträgt als jeglicher Bahnlärm. Über Perchtoldsdorf dröhnen täglich mehr Flugzeuge (manchmal im Zweiminutenabstand), als jemals Züge auf der Kaltenleutgebener Bahn fahren werden, und sie sind wesentlich länger am Himmel zu hören als vorbeifahrende Züge.

  2. Dem Kommentar von Hr. Spangl können wir uns nur vollinhaltlich anschließen. Eine Lösung muß es geben und das „kleinere Übel“ ist die Bahn, die auch den Anrainern dahingehend Vorteile bringt indem es dann möglich ist – ohne Auto – umweltfreundlich zur Schnellbahnstation und zum Busbahnhof Liesing zu gelangen, soweit der Bahnhof in der Feldgasse auch als Station genützt wird.
    Der immense Flugverkehr über unser Gebiet ist nicht nur lärmend sondern auch äußerst umweltschädlich und damit weit störender!

    Mit freundlichen Grüßen
    Gerd und Erna Daxer – nähe Bahnzeile!

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