Stellungnahme der Anrainerinitiative Wassmuthgasse zu der aktuellen Diskussion und diversen Vorschlägen rund um die Trasse der ehemaligen Kaltenleutgebner Bahn

Unsere Anrainer-Initiative ist gegen eine neue Nutzung der Bahntrasse, und zwar sowohl gegen die Einführung eines regelmässigen Bahn-Personenverkehrs als auch gegen die Variante einer Asphaltierung der Bahntrasse mit nachfolgendem öffentlichen Busverkehr.

Jeder regelmässige Bahn- oder Busverkehr auf dieser Trasse, der ja dann ganztägig und auch an Samstagen und Sonntagen unmittelbar vor bzw. unter unseren Fenstern vorbeiführen würde, bedeutet für uns Anrainer gegenüber dem jetzigen Zustand nicht nur eine ganz erhebliche Verschlechterung der Lebensqualität durch die mit dem Verkehr verbundene Lärmerregung, sondern auch eine massive Wertminderung unserer Grundstücke, Häuser und Eigentumswohnungen.

Es ist nämlich ein erheblicher Unterschied, ob – so wie in der Vergangenheit – einmal pro Werktag ein Zementzug im 10 km/h-Tempo zum Werk Rodaun und wieder zurück zuckelte, oder in Zukunft ein ganztägiger Bahn-oder Busverkehr geführt werden soll. Regelmässigen Personenverkehr gibt es auf dieser Trasse schon seit rund 50 (!!!) Jahren nicht mehr. Unsere Wohnhausanlage und viele Häuser stehen hier seit 1976/1977 und wir haben uns damals hier ohne ständigen Bahnverkehr + Bahnlärm angekauft.  Und dieser Zustand ist jetzt auch rund 35 (!!!) Jahre so geblieben. Diese Umstände geben uns – wie wir meinen – somit ein legitimes Recht, unsere bestehende Lebensqualität und den Wert unserer Investitionen zu erhalten.

Wir werden uns daher weiterhin dagegen wehren, dass man über uns Anrainer einfach „drüberfährt“.

FRANZ  WUTZL

für die Anraineriniative Wassmuthgasse

12 Antworten

  1. Ich stimme Herrn Wutzl vollinhaltlich zu und werde mit allen legalen Mitteln gegen diesen rücksichtslosen Schwachsinn ankämpfen! – ein Anrainer der Bahntrasse

  2. Ihre Wortwahl (rücksichtsloser Schwachsinn) gefällt mir nicht. Es ist verständlich, daß Sie als möglicherweise direkt betroffener Anwohner der Trasse gegen das Projekt einer Nutzung durch den Schienenverkehr sind. Da aber die Gleise vorhanden sind und seit 50 Jahren nicht entfernt wurden, können Sie sich selbstverständlich nicht darauf berufen, daß das ein quasi Gewohnheitsrecht wäre.

    Im übrigen: Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Das ist so in einer demokratisch verfaßten Gesellschaft. Also seien S‘ doch ein wenig vorsichtig mit Ihrer Wortwahl (rücksichtsloser Schwachsinn).

    • Das ist aber schon eine sehr interessante Interpretation von Gemeinnutz. Demnach ist es prioritär irgendwohin Wohnansammlungen zu bauen, die Zubringer dann aber durch bereits jahrzehntelang bestehende Wohnsiedlungen zu legen (auch wenn Schienen vorhanden sind, zählt da ja wohl die entsprechende Nutzung), diese sind offenbar nur individuell schützenswert, die neue Siedlung dient aber dem Gemeinwohl? Ich meine, dass diese Reihung unserer Rechtsordnung fremd ist.

  3. Eine Bahntrasse, die seit vielen Jahren stillgelegt ist, hat für viele neue Wohnhausbesitzer entlang der Trasse, die Vermutung nahegelegt ,sich in einer ruhigen Wohngegend anzusiedeln. Die Grundstückpreise sind auch darauf zurückzuführen. Eine Inbetriebnahme der Bahn würde einen erheblichen Wertverlust dieser Immobilien bedeuten. Sollten Enteignungen jetzt auch in dieser Form stattfinden.? Die Wohnraumbeschaffung in Kaltenleutgeben kann doch wohl nicht auf Kosten der Perchtoldsdorfer gehen.
    Bin absolut dagegen !!!!!!!

    Hilde Herrmann

    • Die Bahntrasse besitzt eine eisenbahnrechtliche Gehnehmigung. Und zwar ohne irgend eine Einschränkung. Wenn den ÖBB daran gelegen gewesen wäre, hätten sie JEDERZEIT den Fahrbetrieb aufnehmen können, und zwar in vollem Umfang. Dagegen hätten Sie rechtlich gar nichts unternehmen können.

      Da die eisenbahnrechtliche Genehmigung noch bis Ende des Jahres ihre Gültigkeit hat, kann jeder Käufer der Trasse den Betrieb uneingeschränkt aufnehmen. Auch dagegen können Sie rechtlich nichts unternehmen.

      Beim Grundstückskauf an einer Eisenbahntrasse haben die Käufer spekuliert. Spekuliert darauf, daß der Fahrbetrieb auf der Trasse nie wieder aufgenommen wird. Spekulationen sind mit einem Risiko behaftet, das, so sollte es auch sein, IMMER der Spekulant zu tragen hat und nicht die Allgemeinheit.

      Daß Ihre Interessen als Anrainer gegen eine Wiederaufnahme des Verkehrs gerichtet sind, kann ich selbstverständlich verstehen. Ob, sollte es tatsächlich zu einer Wiederaufnahme kommen, ein Gericht Ihre Meinung teilt, wäre dessen Entscheidung.

    • Prinzipiell stimme ich Ihnen zu, nur möchte ich anmerken, dass dieses Mega-Wohnbauprojekt nichts mit Kaltenleutgeben zu tun hat – die Kaltenleutgebener Bürger spüren bloß die negativen Auswirkungen durch den erhöhten Autoverkehr auf der Kaltenleutgebnerstraße und den wohl ständigen Stau in der Einmündung in die Hochstraße.

      Der Großbau mit 450 Wohneinheiten steht auf Wiener Gemeindegebiet!

      http://www.waldmuehle-rodaun.at/

  4. E: Die einfachste und günstigste Lösung wäre doch wenn man den Busverkehr so attraktiv gestaltet – preislich und zeitlich- dass die Kaltenleutgebner Bewohner auf den Busverkehr umsteigen. Damit wäre es für die Perchtoldsdorfer keine zusätzliche Verkehrsbelastung und auch die Bahndiskussion erübrigt sich. Es ist doch verständlich: die betroffenen Perchtoldsdorfer sind entweder für die Bahn oder dagegen, je nachdem wo ihr Wohnsitz ist.

  5. Mich würde interessieren, welche ungefähren Kosten durch einen regelmässigen Bahnbetrieb entstehen würden und vor allem, wer das alles bezahlen soll ? Davon habe ich bisher nämlich noch nirgends
    etwas gehört/gelesen.
    Emil

  6. Es wäre auch interessant zu sehen, wie die Verkehrsplaner vorhaben würden, eine doch starkbefahrene Strasse von einer Personenbahn durchqueren zu lassen.
    Mit Bahnschranken könnten wir eine starke Vehrkehrsbehinderung annehmen und ohne Bahnschranken wäre die Lärmbelästigung durch das „Hupen“ unerträglich für die direkten Anrainer (ohne das Unfallsrisiko zu erwähnen…)

  7. Nachdem der regelmässige Personenverkehr auf dieser Strecke
    schon vor mehr als 50 (!!!) Jahren eingestellt wurde, kann man als
    vor rund 35 Jahren zugezogener Anrainer sehr wohl berechtigt davon
    ausgehen, daß das auch so bleiben wird. Das hat mit „Spekulation“
    überhaupt nichts zu tun ! Warum sollen wir Anrainer die Zeche dafür
    zahlen, daß die Betreiber des überdimensionierten Wohnbauprojektes
    „Waldmühle“ nur ihre Geschäfte sehen und den durch ihr Projekt verursachten zusätzlichen Verkehr einfach ignorieren ? Wo ist denn
    da die Verantwortung der zuständigen Behörden, die dieses Projekt
    bewilligt haben ? Haben die alle weggeschaut ?
    Ich bin daher ebenfalls dafür, gegen jeden neuen Verkehr auf der
    Bahntrasse massiven Widerstand zu leisten.
    Bernhard

  8. Auch in der Römerfeldgasse gibt es eine Anrainerinitiative gegen die Kaltenleutgebner Bahn. Auch wir sind, wie die Anrainer aus der Wassmuthgasse, gegen eine Aufnahme des Bahnbetriebs auf der Kaltenleutgebnerstrecke oder die Asphaltierung der Bahntrasse.

    Wir möchten festhalten, dass wir nicht bereit sind, durch die Untätigkeit der Verkehrsplaner und die kaltblütige Vorgehensweise der Stadt Wien und diverser Immobilienhaie, die Monsterbauten ins Grüne setzen, ohne die Verkehrssituation berücksichtigen zu müssen, einen Gutteil an Lebensqualität einzubüssen. Deshalb werden wir uns ebenfalls vehement gegen die Aufnahme eines Bahnbetriebes zur Wehr setzen.

    Zu dem vor einigen Wochen in unserem Postkasten deponierten Flyer der Bürgerinitiative Scholau möchten wir noch einige Korrekturen anmerken.

    Dort wird erklärt, dass Perchtoldsdorf eine Flut von tausenden LKWs droht, die das Material der ehemaligen Zementfabrik von der Baustelle wegzuschaffen haben. Richtig ist, dass das gesamte Material der abgetragenen Gebäude im Steinbruch Kritsch von der Firma Ökotechna recycelt wird und dann wieder in den Bau der neuen Wohnhausanlage eingebracht wird. Diese angekündigte LKW-Flut bleibt den Perchtoldsdorfern daher Gott sei Dank erspart.

    Die im Flyer angesprochene autofreie Siedlung ist ein Wunschtraum, da der Abbruch bereits auf Hochtouren läuft und im Herbst 2013 laut Genehmigung – nicht autofrei – mit dem Bau begonnen wird. Diese sicherlich sinnvolle Idee ist leider eindeutig zu spät.

    Die BI Scholau visualisiert sich in Ihrer Aussendung die Kaltenleutgebner Bahn mit flüsterleisen Zügen. Für uns ist es kaum vorstellbar, dass aus einem nicht elektrifizierten Schienenstrang eine Schnellbahnlinie entstehen kann, die sieben Tage die Woche, im 6 Minutentakt an unseren Schlafzimmerfenstern vorbei flüstert.

    Am Ende wird kein Geld für flüsterleise Züge da sein und es wird fahren was gerade zur Hand ist.

    Manuela Dona
    im Namen der Anrainerinitiative Römerfeldgasse

  9. Wenn schon die Stadt Wien und ihre Behörden gegen jede Vernunft
    ein derart überzogenes Wohnbauprojekt bewilligen, dann soll sich
    die Stadt Wien auch gefälligst um Lösungen für den zusätzlich ent-
    stehenden PKW-Verkehr kümmern, und zwar um Lösungen auf
    Wiener (!!!) Gebiet, anstatt die Augen vor der Realität zu ver-
    schliessen und das Problem nach dem Floriani-Prinzip auf die
    Nachbargemeinden (Perchtoldsdorf) abzuschieben versuchen.
    Juliusl

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