Zur künftigen Nutzung der Trasse der Kaltenleutgebner Bahn

Stellungnahme von Heidi Meisterle

Mein Name ist Heidi Meisterle, mein Mann Peter und ich leben in der Scholaugasse. Wir sind direkte Anrainer des Liesingbaches und der Bahntrasse.

Zuerst möchte ich einmal meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, wie mangelhaft die Perchtoldsdorfer Bevölkerung, vor allem eben auch die direkt betroffenen Anrainer, über die Zukunft der Bahntrasse der Kaltenleutgebner Bahn von öffentlicher Seite bisher informiert worden sind. Über diese, für uns möglicherweise lebensverändernde, Problematik wird in unseren Lokalmedien viel zu wenig und wenn, dann nicht vollständig informiert. Hier müssen offensichtlich wir selbst initiativ werden, eine Informationsbroschüre zum Thema ist in Arbeit.

Nun zur Situation. Nicht wegzuleugnen ist die Tatsache, dass durch die neu errichteten und noch neu zu errichtenden Wohnbauobjekte entlang der Kaltenleutgebner Straße eine enorme, kaum lösbar erscheinende Verkehrsproblematik entstehen wird. Die  Einbindung der Kaltenleutgebner Straße insbesondere in das Wiener Straßennetz alleine wird dem Ansturm des zusätzlichen Individualverkehrs nicht gewachsen sein.

Eine eigene Trasse für ein öffentliches Verkehrsmittel, welches ungehindert an das bestehende öffentliche Verkehrsnetz angebunden werden kann, ist absolut notwendig.

Eine asphaltierte Trasse für einen Busverkehr ist allerdings aus mehreren Gründen für uns eindeutig abzulehnen:

Der Erste und Wichtigste betrifft die Möglichkeit und auch hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Straße nach einiger Zeit für den Individualverkehr geöffnet werden kann und wird. Dies würde unter anderem bedeuten, dass das gesamte schützenswerte Augebiet entlang des Liesingbaches für alle Zeit verdorben und devastiert wäre. Speziell unser Scholaugebiet ist ein kleines Naturjuwel, welches als Wildkorridor für die Wildtierinseln im Stadtgebiet dient. Wir haben hier vom Aussterben bedrohte Tierarten gesichtet und bereits zum Teil dokumentiert.

Eine ununterbrochene Lärm-, Feinstaub- und Abgasbelästigung in einem dicht besiedelten Wohn- und Ruhegebiet wäre die schreckliche Folge einer stark frequentierten Straße. Ganz zu Schweigen vom enormen Verlust an Lebensqualität und natürlich auch der Wertminderung der Grundstücke der Anrainer.

Das nächste Argument für den Vorzug eines gleisbetriebenen Personentransportes gegenüber einer Bustrasse wären die baulichen Anforderungen. Laut Information der Wr. Lokalbahnen, welche an einem Betrieb der Strecke Liesing- bzw. Meidling bis Kaltenleutgeben großes Interesse zeigen und eigentlich nur mehr auf einen Auftrag von den Ländern Niederösterreich/Wien warten würden, könnte eine Bahn, wie z.B. die im Wiener- bzw. Badener Stadtverkehr betriebene Badner Bahn, auf der bestehenden Normalspurtrasse fahren. Es wäre lediglich eine andere Spannung vonnöten, bzw. die Errichtung von Oberleitungen und die Aktivierung der Ampelsysteme. Der Bereich des zukünftigen Kaltenleutgebner Bahnhofes muss ohnedies neu konzipiert werden.

Das heißt, die baulichen Notwendigkeiten für diese Strecke hielten sich gegenüber einer asphaltierten Trasse absolut in Grenzen.

Eine Asphaltierung und die nachfogende Nutzung der Trasse durch Busse würde bedeuten: Entfernung des gesamten Gleiskörpers, Verbreiterung der Fahrbahn, großräumiger Aushub, Kanalisation für die Ableitung von Oberflächenwasser, im Winter emissions- und lärmintensive Schneeräumungen mit Auftausalzen bei Tag und Nacht, permanente Straßenbeleuchtung usw.

Ein weiteres Argument für die Bahn wäre der unbestreitbar umweltschonendere Betrieb gegenüber einer Straßentrasse, insbesondere gegenüber einer allfälligen Individualverkehrstrasse. Die Badner Bahn z.B. ist ein relativ geräuscharmes und emissionsfreies Personentransportmittel und wenn man davon ausgeht, dass halbstündige Intervalle angedacht sind, würde der Betrieb keine allzugroßen Störungen darstellen. Man muß auch zu Bedenken geben, dass diese Trasse ja schon seit langer Zeit existiert und auch bis vor kurzem als geräuschvoller Güterverkehr betrieben wurde, wobei hauptsächlich die Geräuschkulisse und der Dieselantrieb eine Belastung für die Betroffenen darstellte.

Durch den Einsatz der Lokalbahn würden sich solche Auswirkungen in vertretbaren Grenzen halten. Alle Menschen, die hier Anrainer sind, waren ursprünglich Anrainer einer Bahntrasse!

In diesem Sinne möchte ich Sie darum bitten, sich diese Argumente durch den Kopf gehen zu lassen. Es geht hierbei um die Qualität unser aller Zukunft!

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