Wohin geht die Reise?

Beim 6. Mobilitätsplenum am 14. März referierte der Verkehrswissenschafter DI Dr. Harald Frey von der TU Wien (im Bild rechts) über die absehbare Zukunft der Mobilität besonders im suburbanen Raum. Er versorgte uns dabei mit fundierten Informationen über die Eigenschaften verschiedener Verkehrsmittel und wie die vorhandenen Strukturen das Mobilitätsverhalten beeinflussen.

Vor allem die vergleichende Gegenüberstellung verschiedener Fakten führte die Irrationalität des aktuellen Verkehrsgeschehens deutlich vor Augen. Z.B. was den externen Energieverbrauch betrifft:

Oder auch den Flächenverbrauch:

Ebenso die Leistungsfähigkeit verschiedener Verkehrssysteme:

Und schließlich auch die Kosten:

Bei all diesen Vergleichen schneidet der private Pkw deutlich am Schlechtesten ab. Ein wesentlicher Grund, warum das Auto dennoch das weitgehend bevorzugte Verkehrsmittel ist, wurde in der aktuellen Parkraumorganisation lokalisiert. Während man von der Wohnungstüre aus heute oft am Schnellsten beim Auto ist, sind bis zur nächste Haltestelle meist größere Distanzen zu überwinden. In vielen Wohnhausanlagen ist es oft sogar schwieriger zum Fahrrad zu gelangen als zum Auto. Die Verkehrswissenschaft fordert deshalb schon lange bereits bei der Planung darauf zu achten, dass die verschiedenen Verkehrsmittel zumindest gleich gut zu erreichen sind.

Innerhalb von Gemeinden lässt der Flächenverbrauch der bisherigen Verkehrspolitik zudem so gut wie keinen Spielraum für andere, für eine blühende Gemeinde ungemein wichtige Funktionen: der Kommunikation, der Pflege sozialer Kontakte, der Lebensqualität im Öffentlichen Raum insgesamt.

Soweit eine stark verkürzte Zusammenfassung des Vortrags. Die zugehörige Präsentation mit noch mehr Fakten und Anschauungsmaterial kann hier heruntergeladen werden: Präsentation (.pdf, 11.4 MB)

In der anschließenden Diskussion wurde vor allem das Thema Fußgängerzone im Ortskern angesprochen und erörtert, was zu einer erfolgreichen Umsetzung notwendig wäre. Das architektonische Ensemble wurde einhellig als eine ausgesprochen wertvolle Grundvoraussetzung erkannt. Sorgen wurden in Bezug auf die verhandenen Geschäftsflächen geäußert, die für eine erfolgreiche Fußgängerzone als zu gering erachtet wurden. Dr. Frey wird an seinem Institut entsprechende Studien anregen, um die Wagnisse besser einschätzen zu können. Klar war jedenfalls, dass es ein Bündel an begleitenden und sorgfältig umgesetzten Maßnahmen geben muss, um auch in Perchtoldsdorf erfolgreich eine Fußgängerzone etablieren zu können, von der alle Betroffenen profitieren.

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