Diskussion Citybus

Der Perchtoldsdorfer Citybus, also der 258er mit den Linien 1, 2 und 3 ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Einerseits soll die Marktgemeinde möglichst flächendeckend die Mobilitätsbedürfnisse stillen, also auch Gebiete versorgen, die nicht die großen Frequenzbringer sind, andererseits soll das möglichst kostengünstig bewerkstelligt werden. Insbesondere erregen die oft leer (ausgenommen Schülerverkehr) fahrenden Busse Aufmerksamkeit und es gilt eine optimierte Variante, die das selbe oder besser mehr leistet als der Bestand, zu entwickeln, die auch weitgehend akzeptiert wird.

Die Linie 258 ist derzeit als Rundkurs angelegt, der etwa im Halbstundentakt folgende Hauptziele ansteuert: Marktplatz, Schulzentrum Roseggergasse, Bahnhof Perchtoldsdorf, Straßenbahnhaltestelle Rodaun. Das kann mit einem Bus bzw. einem Busfahrer bewältigt werden, der sich im Gemeindebudget mit € 95.000,- jährlich zu Buche schlägt.

Fahrplan 258 – Linie 1: Marktplatz – Höhenstraße – Marktplatz
Fahrplan 258 – Linie 2: Marktplatz – Bahnhof – Rodaun – Marktplatz
Fahrplan 258 – Linie 3: Marktplatz – Rodaun – Bahnhof – Marktplatz

Die aktuelle Linienführung ist in der GoogleMap unten gelb eingetragen. Dazu in rot eine mögliche alternative Linienführung, zwischen Marktplatz, Perchtoldsdorfer Bahnhof und U6 Siebenhirten, die berücksichtigt, dass immer wieder ein direkter, barrierefreier Anschluss an das Wiener U-Bahn-Netz gefordert wird.

In Kürze soll auch der neue Elektrobus in Betrieb gehen, der dann den 258er bedienen und während der einjährigen Testphase gratis zu benutzen sein wird.

Dazu ein Email von einem Anrainer aus der Schubertgasse:

Mit Interesse und positiven Eindrücken über die zahlreichen und effektiven Vorschläge der Arbeitsgruppe habe ich die Veranstaltung des MLP am 14. 02. 2011 miterlebt. Zum Thema City-Bus und Beitritt zur VOR-Zone 100 sind mir anschließend noch folgende Gedanken gekommen. Da ich noch nicht weiß, wie ich e-mails an den Blog sende, schreibe ich an Sie:

Der Beitritt zur Zone 100 kostet sichtlich 100.000.-€ /a. Könnte man um dieses Geld nicht einen City-Bus (oder mehrere) nach Liesing-Bahnhof führen, der für den Benutzer gratis ist?  Da die Haltestelle Perchtoldsdorf sowieso nicht richtig angenommen wird (weil dort nicht alle Züge halten und die Frequenz niedriger ist) würde dann der Beitritt zur Zone 100 nicht notwendig sein und der Gratis-City-Bus wäre auch innerhalb Perchtoldsdorfs zusätzlich attraktiv, um Individual-Verkehr hintanzuhalten.

Ich weiß nicht, ob das Betreiben eines City-Buses von der Gemeinde schon angedacht wurde (Lizenz?), aber meines Erachtens wäre das ein Weg, die jetzigen nicht angenommenen City-Kurse attraktiver zu machen. Die Busse müßten – wie schon angedacht – kleiner und bequemer für Kinderwagen und Räder und leise (Elektro) sein. Das geht Richtung P-dorf-Taxi auf Gratis-Dolmus-Basis. Die jetzigen Busse sind schon durch ihre unangenehme Größe ein Störfaktor im Ortsbild und wenn dann noch kaum wer drinnen sitzt, liegt der Gedanke nahe, daß der Bus ruhig gratis sein könnte ohne Verluste für den Betreiber. Das Image für die Gemeinde wäre auch gigantisch: Die Gemeinde ist so stolz auf die Lebensqualität in Perchtoldsdorf. Die wird aber durch nichts so gestört als durch den übergreifenden Autoverkehr.

Das zweite Hauptthema ist sicher der Durchzugsverkehr von Rodaun und Kaltenleutgeben zur Autobahn-Auffahrt Brunn. Hier bietet sich die Kaltenleutgebener Bahn wirklich als ein Problemlöser an. Das Interesse daran liegt daher eher mehr bei Perchtoldsdorf als bei den anderen Gemeinde-Bewohnern: solange die Durchfahrt durch Perchtoldsdorf  noch relativ gut möglich ist, ist die Verwendung des Autos zu attraktiv.

6 Antworten

  1. Aus einer Rückmeldung per Email:

    Ich finde die Idee der Anbindung an das Netz der U6 ausgezeichnet. Ist diese Linienführung zusätzlich oder als Ersatz gedacht? Bei einer Ersatzlösung könnten Probleme mit dem Sonnbergviertel auftauchen, oder ist dort die Fahrgastfrequenz so niedrig? Ich wünsche mir auch eine Integration von Perchtoldsdorf in die Kernzone 100. Bei einer guten Fahrgastfrequenz würden die 100.000 € sicher die externen Umweltkosten des Individualverkehrs aufwiegen. Voraussetzung ist natürlich, dass bisherige Autofahrer auf den Ortsbus umsteigen. Ich denke da ganz besonders an die Autofahrer mit Park& Ride in Siebenhirten. Für diese würde die Parkplatzsuche bzw. Parkgebühren wegfallen. Natürlich müsste auch eine Taktverdichtung auf zumindest 15 Minuten Intervall erfolgen, denn sonst wird der Bus nicht angenommen werden.

  2. Ich verstehe jetzt nicht ganz, welchen Vorteil eine kostenlose Buslinie von P’dorf nach Liesing gegenüber einer Einbindung in die 100er-Zone haben soll. Wenn ich einen Fahrschein oder eine Monats-/Jahreskarte für die Zone 100 habe, habe ich ja bereits eine kostenlose Möglichkeit mit z.B. dem 256er nach Liesing zu fahren.

    Den Einsatz der € 100.000 für die Anbindung eines kostenlosen Linienführung von P’dorf nach Siebenhirten halte ich auch nicht für zielführend, da dieser, im Gegensatz zur Einbeziehung in die Kernzone, wiederum nur einem ganz beschränkten Kreis zu Gute kommt, was aber offensichtlich auch die Intention des Vorschlagenden ist.

    Im übrigen sollte die Diskussion zu allererst einmal um die VERBESSERUNG der Linienführung und der Fahrplandichte und die damit verbundene Attraktivierung des ORTSBUSSES gehen.

    Selbstverständlich soll jeder hier Vorschläge einbringen. Anhand der bisher hier veröffentlichten Vorschläge kann ich allerdings nur eine Fokusierung auf Einzelinteressen feststellen, was ja wohl nicht Sinn der Sache ist.

  3. Lieber Herr Tremmel,

    ich bitte von Unterstellungen abzusehen. Wir befinden uns noch voll in der Diskussionsphase, wo es einmal darum geht, verschiedene Ansätze und die zugehörigen Argumente zu sammeln. Erst wenn diese Sammlung hinreichend vollständig ist, kann ein Entscheidungsprozess eingeleitet werden. Davon sind wir aber noch relativ weit weg.

    Leider stimmt es nicht, dass mit einem Fahrschein für die Zone 100 auch der 256er mitbenutzt werden kann. Wenn man in Perchtoldsdorf einsteigt, kommt man um die € 1,80 nur bis maximal Südtiroler Platz auf der Südbahn. Alle anderen Ziele in Wien (Zone 100) sind von Perchtoldsdorf aus nur um € 3,60 für eine einfache Fahrt zu erreichen. Vgl. http://www.vor.at

    Freilich kann man Monats- bzw. Jahrekarten für mehrere Zonen kaufen, aber von kostenlos kann in keinem Fall die Rede sein.

    Abgesehen davon gilt in Perchtoldsdorf der Ortstarif von € 0,80 -> http://www.vor.at/tickets-preise/einzeltickets/perchtoldsdorf/

    Für eine möglichst direkte Erreichbarkeit der U6 in Siebenhirten spricht jedefalls stark, dass das der nächstgelegene barrierefreie Einstiegspunkt ins Wiener U-Bahnnetz ist.

    • Mein Argument hinsichtlich der kostenlosen Benutzung des 256ers bezog sich selbstverständlich auf die Situation NACH Einbindung in die Kernzone 100.

      Was die direkte Erreichbarkeit des barrierefreien Zustiegs Siebenhirten anbelangt, so gilt dies genauso für Alterlaa. Und Alterlaa hätte zudem noch den Vorteil, daß diese Station, auch am späten Abend, viel öfter angefahren wird als Siebenhirten.

      Die Einbindung in die Zone 100 würde meines Erachtens weitaus mehr Perchtoldsdorfern etwas bringen als ein kostenloser Bus nach Siebenhirten, der meines Erachtens in erster Linie den Berufspendlern nützen würde.

      Wenn die Markgemeinde Perchtoldsdorf Geld im Überfluß hätte, wäre der Vorschlag mit der Buslinie nach Siebenhirten ohne Zweifel überlegenswert. So aber geht es darum, die, eigentlich auch nicht vorhandenen, € 100.000,– so nutzbringend wie irgend möglich für ALLE Perchtoldsdorfer einzusetzen.

      Unterstellt habe ich im übrigen gar nichts, sondern lediglich, aus den Erfahrungen der Vergangenheit, nicht unbegründete Bedenken geäußert.

  4. Die Anbindung an die U6 wünsche ich mir privat Einzelinteressiert schon lange. Weil ich Berufspendler bin, und die Schnellbahn zu unregelmäßig verkehrt.

    Die U6 fährt übrigens immer bis Siebenhirten, außer in der Hauptverkehrszeit. Da fährt nur jeder zweite Zug bis Siebenhirten. d.h. das Intervall ist fast den ganzen Tag 5 – 6 Minuten.

  5. Es wäre super, den Fahrplan des City-Busses mal in der Rundschau zu veröffentlichen – idealerweise mit 2-3 Praxisbeispielen wie zBsp:

    Fußballtraining um 16.30 Uhr am Sportplatz SCP:
    Linie 3 16.06 Pdorf Hochmg/Kneippg – 16.08 Bahnhof – 16.12 Spitalskirche – 16.18 Walzeng
    -> entweder hier aussteigen und über die Tröschg zum Sportplatz gehen
    oder bis Marktplatz fahren und dann mit Linie 1 (= gleicher Bus; einfach sitzen bleiben!) um 16.22 ab Marktplatz bis Sportplatz 16.26 fahren.

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