Vorschlag: Mustergehstrecke, Ombudsleute

Nachdem beim Mobilitätsplenum am 17.01.2011 Präambelvorschläge zum Thema Gehen und zum Thema Radfahren präsentiert und diskutiert wurde, hier noch einige Ergänzungen und neue Vorschläge von einem Anrainer aus der Mozartgasse:

Gehen und Radfahren sind für die Gemeinschaft (Gemeinde) die wichtigsten Fortbewegungsarten weil sie,

+ das größte Maß an persönlicher Freiheit und sozialer Verträglichkeit bieten,

+ dem Einzelnen und der Gemeinschaft die wenigsten Kosten verursachen,

+ den geringsten Ressourcenverbrauch aufweisen,

+ den öffentlichen Raum am effizientesten Nutzen.

Alle Verkehre, die nur motorisiert (ÖV, MIV) zu bewältigen sind, sollen für die Gemeinschaft möglichst sozial verträglich, kostengünstig, ressourcenschonend und raumsparend abgewickelt werden.

Deshalb sind alle Planungen auf eine optimale Erschließung für FußgängerInnen und RadfahrerInnen auszurichten und schon vorliegende Fehlplanungen zu korrigieren.

Zum Haupt-Gehwege-Netz:

Es wäre vielleicht sinnvoll, bald eine Demonstrationsstrecke einzurichten, um modellhaft Detailmaßnahmen anschaulich zu machen.

Diese Demonstrationsstrecke sollte möglichst alle Details darstellen; wie z.B. aufgepflasterte Querung einer stärker befahrenen Straße mit bzw. ohne Ampel, Busstation, Beleuchtung, Wegweisung. Diese erste Strecke sollte für das Netz sehr wichtig sein und/oder stark begangen sein (z.B. Verbindung Bahnhof – Marktplatz).

Der Gemeinderat soll bei allen budgetwirksamen Maßnahmen (der letzten Gemeinderatsperiode, der Gegenwart und der Zukunft) die Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten bzw. die Erfüllung der Ziele des Verkehrskonzeptes/Mobilitätsplanes (Förderung des Gehens und Radfahrens) belegen.

Ombudsleute Gehen und Radfahren

Die Ombudsleute sollen eine institutionalisierte Bürgerbeteiligung für die zwei wichtigsten Verkehrsarten sicherstellen.

Der Gemeinderat wählt auf Vorschlag des Mobilitätsplenums eine/n Fußgänger-Ombudsman und eine/n Fahrrad-Ombudsman. Diese Ombudsleute sollen keine Mandatsträger sein. Der Gemeinderat finanziert die Tätigkeit der Ombudsleute und stellt die notwendige Infrastruktur für ihre Tätigkeit zur Verfügung. Der Verkehrs-Gemeinderat unterstützt die Ombudsleute in ihrer Tätigkeit. Der Verkehrs-Gemeinderat führt Arbeiten im Auftrag der Ombudsleute aus.

Die Ombudsleute berichten mindestens einmal jährlich der Öffentlichkeit und dem Gemeinderat über ihre Tätigkeit.

Die Ombudsleute haben vollen Zugang zu allen ihr Arbeitsgebiet betreffende Informationen.

Der Tätigkeitsbereich der Ombudsleute wird vorerst durch das Mobilitätsplenum (später durch eine möglichst zu bildende Fußgänger- bzw. RadfahrerInnen-Initiative in Perchtoldsdorf) im Einvernehmen mit dem Verkehrs-Gemeinderat festgelegt.

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Eine Antwort

  1. Es wäre schön, wenn die Gemeinde Perchtoldsdorf nicht nur im Netz so toll über Gehen und Radfahren berichten würde, sondern sich auch im realen Leben sich dafür in dem Maße, wie hier theoretisch beschrieben ist, auch einsetzen würde.
    Was nützten mir als Radfahrer bzw. Fußgänger die tollsten Studien und Umfragen, wenn
    a) es z.B. zu wenige (alte) Fahrradständer am Bahnhof gibt
    b) man bei Regen aufgrund des tlw. schlechten Straßenzustands von den durch Wasserlacken fahrenden Autos regelmäßig angespritzt wird (z.B. Mühlgasse)
    c) es mit Regenschirm tlw. kein Weiterkommen gibt, da die Anrainer ihre Hecken ohne Gefahr auf den Gehsteig wachsen lassen dürfen (z.B. Mühlgasse)
    d) das Unterlassen der Schneeräumpflicht als Kavaliersdelikt angesehen wird (siehe Mühlgasse)
    e) das Überqueren der z.B. Gauguschgasse im Morgenverkehr als Fußgänger/Schulkind lebensgefährlich ist
    f) im Zentrum die Autos munter vor den Schutzwegen parken dürfen
    g) detto natürlich auch auf den Gehsteigen (siehe Wienergasse)
    h) es nicht möglich ist, durch geeignete Maßnahmen (nicht nur Radars!) die Geschwindigkeit des fließenden Verkehrs in Wohngebieten zu senken
    etc.

    Als Fußgänger/Radfahrer fühlt man sich in P’dorf in die 60er Jahre zurückversetzt. Es ist eigentlich beschämend, dass Landgemeinden in ihrer Fußgängerpolitik schon tlw. entscheidend weiter sind (man sieht das stets im Urlaub) als wir als Anrainergemeinde von Wien.
    Wenn es Brunn und Wien schafft, auch ohne Ampeln Fußgängerübergänge speziell zu kennzeichnen bzw. bautechnisch sicherer zu machen, da wird das in Perchtoldsdorf doch wohl auch möglich sein. Man müsste sich die Lösungen dort nur genauer ansehen und nicht Ufo-Landeplätze unter/hinter Bäumen (!) bauen (siehe Gauguschgasse).

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