Zum Verkehrsversuch rund um die obere Mühlgasse

Im Hauptstraßennetz von Perchtoldsdorf gibt es nur zwei Verbindungen, die leistungsfähig genug sind, um die gegenwärtige Menge an Kfz-Verkehr aufzunehmen. Da ist zum einen die Donauwörtherstraße als Nord-Südachse und zum anderen die Plättenstraße bzw. untere Wienergasse als Verbindung zwischen Liesing und eben der Donauwörtherstraße. Das Problem ist der Autobahnzubringerverkehr, der über die untere Mühgasse abgewickelt wird und wo der Anschluss an die Wienergasse nur über Gassen erfolgt, die in ihre Kapazität unterschiedlich stark beschränkt sind.

Grafisch dargestellt sieht die Problemstellung so aus:

Laut einer Verkehrszählung aus dem Jahre 2005, also noch vor dem Verkehrsversuch, bewegten sich in der Mühlgasse zwischen Kreisverkehr und Gauguschgasse etwa 5000 Fahrzeuge pro Tag Richtung Zentrum und 4250 Fahrzeuge pro Tag Richtung Autobahn.

Hier die Gesamtanalyse vom Ingenieurbüro K2:

Wie man es auch dreht und wendet, es gibt für dieses Problem keine wirklich befriedigende Lösung. Die Verkehrsversuche mit ihren Einbahnregelungen haben den Verkehr nur verlagert und die Wege länger gemacht – und damit natürlich auch die gesamte Verkehrsbelastung bzgl. Lärm, Abgase und Energieverbrauch vergrößert.

Abgesehen von budgetär völlig utopischen Lösungen, wie z.B. einem Tunnel zwischen dem Kreisverkehr in der Mühlgasse und dem beim Freizeitzentrum, bleibt nur das bekannte Bündel von Maßnahmen, die den Kfz-Verkehr insgesamt reduzieren:

  • Verkürzung der Wege – idealerweise auf eine Distanz, wo kein Kfz mehr benötigt wird
  • Attraktivierung des Öffentlichen Raums für FußgängerInnen und Radfahrende
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs

Freilich sind das alles Ansätze, die das Verkehrsproblem (nämlich für Verkehrsteilnehmende und AnwohnerInnen) nicht schlagartig lösen werden. Schließlich hat es sich auch nicht schlagartig eingestellt, es ist über Jahrzehnte gewachsen, bis es eben an die Kapazitätsgrenzen angeschlagen ist. Und es sind auch keine Ansätze, wo die Gemeinde alleine Lösungen herbeiführen kann – schließlich liegt es im Entscheidungsbereich jede/s Einzelnen, welches Verkehrsmittel gewählt wird.

Andererseits gibt es ein großes Potenzial: Rund 80% des Verkehrs in Perchtoldsdorf sind hausgemacht und mehr als die Hälfte der mit dem Kfz zurückgelegten Wege sind kürzer als 5km.

Eine Erleichterung wird auch die Elektromobilität bringen. Elektrofahrräder und E-Scooter boomen und in absehbarer Zeit wird es auch erschwingliche E-Autos geben, die zwar das Platzproblem nicht lösen werden, aber immerhin nahezu lärm- und abgasfrei unterwegs sind. Wenn von den 3 Kfz, die derzeit durchschnittlich auf jeden Perchtoldsdorfer Haushalt entfallen, zumindest eines elektrisch angetrieben werden würde, wäre das schon ein beachtlicher Beitrag zur Entschärfung des Verkehrproblems.

4 Antworten

  1. Zum Nachdenken .
    Mühlgasse wird Einbahn mit 30km/h von Wienergasse bis Gauguschgasse Richtung Autobahn.
    Gauguschgasse wird Einbahn mit 30 km/h von Mühlgasse Richtung Wienergasse.
    Einmündung Gauguschgasse in Wienerstrasse bei Eisenbahnkreuzung erhält eine AMPEL.

    • Ich finde diesen Vorschlag sehr gut , da er die derzeitige Bündelung des Verkehrs im Bereich obere Mühlgasse -Wienergasse – Regenhartgasse positiv beeinflussen würde. Zusätzlich würde ich eine Einbahnführung in der Schweglergasse von der Wienergasse Richtung Mühlgasse vorschlagen.

  2. hier wird der Vorschlag skizziert…

  3. […] grundlegenden Problematik sei auch auf diesen Beitrag […]

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