Regionale Leitplanung Bezirk Mödling

Unter dem Motto „Aufbruch der Region“ fand am 5. Juli die Abschlussveranstaltung zur Regionalen Leitplanung Bezirk Mödling in der Stadtgalerie Mödling statt.

Zahlreiche Vertreter des Landes und der Gemeinden, an der Spitze der zuständige Landesrat Dr. Stephan Pernkopf, fanden anerkennende Worte zu der gemeinsamen Strategie, die in einem 2 jährigen Prozess erarbeitet wurde.

Durch die direkte Nähe zu Wien und die gute Erschließung handelt es sich beim Bezirk Mödling um einen Raum, der sich in den letzten Jahrzehnten sehr dynamisch entwickelt hat. So hat der Bezirk einen Bevölkerungszuwachs von ca. 68.000 Personen im Jahr 1961 auf knapp 117.000 Personen im Jahr 2015 erfahren – eine Bevölkerungszunahme von über 70%. Diese Entwicklung wird sich, eingebettet in die dynamische Entwicklung der Stadtregion Wien, in den nächsten Jahren fortsetzen.

Dabei ist der Bezirk als einer der wirtschaftsstärksten Regionen in Österreich vielfach schon jetzt mit den Folgen und Grenzen des Wachstums konfrontiert: So gibt es vor allem im regionalen Straßennetz nur mehr geringe freie Reserven, einige Kreuzungen sind zu den Spitzenzeiten bereits jetzt überbelastet.

Überlastungsprobleme treten infolge der starken Bodenversiegelung auch vermehrt im (Siedlungs-) Wasserbau auf. Wohnbauprojekte führen auf Grund des befürchteten zusätzlichen Verkehrs vielfach zu Anrainerprotesten – gleichzeitig gilt es aber, vor allem für orts- bzw. regionsansässige Jugendliche und Jungfamilien, leistbaren Wohnraum zu schaffen.

Dementsprechend bekennen sich Land und Gemeinden zu einem kontrolliertem Wachstum an den geeigneten Standorten, zum Schutz des Naturraums, zur Förderung der Lebensqualität und zu einer neuen Mobilitäts- und Kooperationskultur.

Der regionale Leitplan weist 7 Zielgebiete für eine interkommunale Entwicklung aus, wobei vor allem die Bahnhöfe bzw. die Erschließung mit dem öffentlichen Verkehr eine wichtige Rolle spielen Innen- vor Außenentwicklung, die Entwicklung der Ortszentren hat hohe Priorität. Die Um- und Nachnutzung vorhandener Bausubstanz steht zB. im Mittelpunkt eines Folgeprojekts, das gemeinsam mit Wien im Rahmen eines EU Projekts im Marktviertel Vösendorf umgesetzt werden soll. (URBACT III sub>urban, reinventing the fringe ).

Zum Thema neue Mobilitätskultur wurden im Rahmen von Radland Niederösterreich bzw. der Energie- und Umweltagentur die Projekte Radlgrundnetz Mödling und E-carregio initiiert. Verkehrserzeugende Projekte sollen in Zukunft noch besser abgestimmt werden.

Das Thema Naherholung, koordinierte Entwicklung des Freizeitwegenetzes wird aktuell vom Biosphärenpark Management im Kaltenleutgebner Tal (ausgehend von den ehemaligen Steinbrüchen) bearbeitet.

Die Kooperation der Gemeinden untereinander und mit dem Land Niederösterreich soll weiter intensiviert werden. Als erfolgreiches Beispiel kann hier die seit mehr als 10 Jahren bestehende ARGE Krottenbach angeführt werden, wo in Kooperation Fachabteilungen Land NÖ, BH Mödling, Schwechat Wasserverband / 8 Gemeinden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt und Standards entwickelt wurden, die Vorbild für den gesamten Bezirk sind.

Im Sommer 2014 wurde das Planungsbüro stadtland mit der Erstellung der Regionalen Leitplanung Bezirk Mödling beauftragt. Die Gemeinden wurden im Projekt durch den GVA Mödling (Gemeindeverband für Abgabeneinhebung und Umweltschutz im Bezirk Mödling, Obmann LAbg. Bgm. Martin Schuster) vertreten. Die Gesamtkoordination des Prozesses lag beim Stadt Umland Management Wien – Niederösterreich.

Zukünftig sollen politische Beschlüsse der Bezirksgemeinden zu regionalen Themen im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz der BH Mödling gefasst werden. Der GVA Mödling soll als regionale Trägerorganisation weiter entwickelt werden. Ziel ist es, bestehende Strukturen optimal für die weitere Arbeit zu nutzen.

Weitere Informationen unter http://www.stadt-umland.at/index.php?id=133

SUM-Presseaussendung vom 6.7.2016, Autor: DI. Andreas Hacker

Gauguschgasse: Maßnahmen zeigen Wirkung

Es liegen aktuelle Zahlen zu den jüngst gesetzten Maßnahmen (Anrampungen und Verengungen) in der Gauguschgasse vor. Im Vergleich zu ortsgleichen Messungen aus dem Oktober 2014 fahren nun an Werktagen etwa 200 bis 300 Fahrzeuge pro Richtung weniger durch, das entspricht 10 bis 15% des täglichen Verkehrsaufkommens. Das durchschnittliche Geschwindigkeitsniveau hat sich dabei in beiden Richtungen von 50 km/h auf etwa 40 km/h gesenkt.

Hier können die zugehörigen Erhebungsprotokolle eingesehen werden:

So weit, so erwünscht. Wie vorherzusehen war, gibt es natürlich auch einige weniger erwünschten Nebenwirkungen. Besonders die einstweilen provisorisch aufgestellten Betonringe sorgen für reichlich Unmut und der Lkw-Verkehr hat sich zwar in der illegalen Richtung zur Mühlgasse hin deutlich reduziert, aber auch in der Gegenrichtung und dürfte nun zum Teil illegalerweise über die obere Mühlgasse ausweichen.

Es geht nicht nur um die Gauguschgasse

Durch die Gauguschgasse hatte sich immer mehr ein weitgehend ampelfreier Schleichweg insbesondere zwischen dem westlichen 23. Wiener Gemeindebezirk und dem Autobahnanschluss Brunn am Gebirge etabliert. In der Morgenspitze kamen beispielsweise etwa 50% des in die Gauguschgasse einfahrenden Verkehrs die Wienergasse von Liesing herauf, weitere 40% von der Ketzergasse her durch die Franz-Siegel-Gasse und nur 10%  von der Plättenstraße her. Von diesem großräumigen Ausweichverkehr war natürlich nicht nur die Gauguschgasse sondern insbesondere auch das nördlich davon gelegene Siedlungsgebiet, also der Sooßenhügel mit zahlreichen ungeregelten Kreuzungen, und die untere Mühlgasse belastet.

Zur grundlegenden Problematik sei auch auf diesen Beitrag verwiesen.

 

Zur Neugestaltung des Ortskerns

läuft auf Facebook gerade eine Stimmungsbilderhebung:
https://www.facebook.com/groups/47445302965/permalink/10152711159572966/?qa_ref=qd

Online Petition für „Tram on Demand“ gestartet

Die Mobilitätskooperative Region Mödling arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung des „Tram on Demand“-Projekts. Aktuell werden gleich zwei Anträge (zu je etwa 60 Seiten exkl. Anhänge) ausgearbeitet, die bis 25.9. bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingereicht werden sollen.

Parallel dazu wird mittels online-Petition ein Stimmungsbild erhoben, um besser abschätzen zu können, wie sehr dieses Konzept in der Bevölkerung Anklang findet. Diese Petition kann hier: https://www.openpetition.de/petition/online/wir-wollen-eine-innovative-strassenbahn-in-der-region-moedling gezeichnet werden. Dort finden sich auch alle weiteren Informationen.

Es ist so weit – die Diskussion ist eröffnet!

Nach einer langen sich aus mehreren Quellen speisenden Vorgeschichte hat sich seit November 2013 nun aus mehreren Strängen ein Konzept verdichtet, das mittlerweile so weit gediehen ist, um eine ernsthafte öffentliche Diskussion darüber zu führen.

Es handelt sich dabei um einen neuen Typ Straßenbahn, die auf der nun völlig ungenutzten Trasse der Kaltenleutgebner Bahn entwickelt werden könnte. Nach einer ersten intensiven Phasen der Vorsondierung, stehen wir nun vor dem nächsten größeren Schritt: in einer fundierten Sondierungsstudie, einem sogenannten „Urbanen Mobilitätslabor“, soll das Konzept – es hört derweil auf den Arbeitstitel „Tram on Demand“ – in all seinen Aspekten professionell durchgecheckt werden, wobei wir als Ergebnis anstreben, eine möglichst solide Entscheidungsgrundlage zu haben, bevor dauerhafte Maßnahmen zur Entscheidung anstehen.

Wer sich genauer interessiert bzw. auf dem Laufenden bleiben möchte, dem sei der neu eingerichtete Blog unter http://tramondemand.at empfohlen. Wer die weitere Entwicklung des Projekts quasi live mitverfolgen will, ist in unserer Facebook-Gruppe gut aufgehoben. Dort gibt es auch jeweils die Möglichkeit mitzudiskutieren und selbstverständlich sind alle konstruktiven Beiträge willkommen! Das Projekt verträgt noch viele mitdenkende und zupackende Hirne und Herzen, damit es in ansehbarer Zeit wohl gedeiht🙂

Zur weiteren Einstimmung hier die ersten Medienberichte:

Die Titelseite der NOE24 vom 1.6.2014

20140530 NOE24 01 AusschnittAus der NÖN vom 4.6.2014:

20140604 NÖN 01 Tramondemand Ausschnitt

Und wer sich lieber persönlich informieren möchte, sei herzlich zum kommenden Jane’s Walk eingeladen:

20140615 Jane's Walk 72

Tagung „Suburbane Mobilität“

Auch wenn seit dem letzten Eintrag auf diesem Blog schon eine gewisse Zeit verstrichen ist, bedeutet das nicht, dass nichts geschehen ist. Ganz im Gegenteil, ganz im Gegenteil. Manchmal braucht ein Projekt einfach seine „Brutzeit“, wo es in Ruhe heranreifen kann. Dafür hat es sich auch prächtig entwickeln können. Um welches Projekt es dabei genau geht, soll im Rahmen der Fachtagung „Suburbane Mobilität“ am 28. Mai 2014 im Schloss Hunyadi der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Einladung Titelblatt

Aus dem Begleittext: Mobilität ist eine der Schlüsselfaktoren für die Entwicklung einer Region. In den letzten Jahren wurde vor allem die individuelle Mobilität durch den Ausbau der Straßeninfrastruktur gestärkt. Die Infrastruktur für die öffentlichen Verkehrssysteme wurden parallel dazu systematisch ausgedünnt und zurückgefahren. In der letzten Zeit ist jedoch ausgehend von der Entwicklung in Wien seit 2010 eine Renaissance des öffentlichen Verkehrs zu bemerken. Der PKW-Anteil im Verkehr ist im Südraum von Wien überdurchschnittlich hoch, die Straßen sind mehr als ausgelastet. Die Bautätigkeit im Wohnbau und Gewerbebereich im Süden von Wien heizt den Bedarf nach mehr Mobilität an. Staus, regelmäßige Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte und andere Umwelteffekte sind die Folge. Wie können wir Verkehr mit mehr Komfort und umweltfreundlicher organisieren? Sind neue smarte Straßenbahnen, E-Busse sowie E-Autos die Lösung? Diese Fragen sollen auf dieser Tagung diskutiert werden.

Programm

Der Marktplatz

Am 26. Oktober 2013 findet von 11 bis 14 Uhr in der Neuen Burg der in Perchtoldsdorf schon traditionelle Dorf:Dialog statt. Es sind alle Gemeindereferate vertreten und stehen ebenso wie viele Perchtoldsdorfer Vereine zum Dialog bereit.

Diesmal soll auch der Startschuss über mögliche künftige Nutzungen des Ortskerns fallen, wie schon in der NÖN vom 28.8.2013 berichtet wurde:

Ausschnitt NÖN 20130828-20
Dem Mobilitätsreferat fällt es nun zu, die dazu eingebrachten Vorschläge zu sammeln und für die weiteren zu führenden Diskussionen aufzubereiten. Wir haben zur Hilfestellung folgende Skizze erstellt, wo jede und jeder eintragen kann, was wo wünschenswert wäre:

Martkplatz-A3

Sie können sich diese Skizze auch ausdrucken (wenn Sie sie anklicken, erscheint sie in voller Auflösung) und selbst eintragen, was Sie sich von unserem Ortskern künftig wünschen. Wir sammeln gerne alle Ideen und bereiten die Vorschläge für die weitere Diskussion hier auf.

Lassen Sie Ihrer Phantasie ruhig freien Lauf, wir sind gewissermaßen erst in der Brainstorming-Phase. Lt. Wikipedia gelten beim Brainstorming folgende Regeln:

  1. Kombinieren und Aufgreifen von bereits geäußerten Ideen.
  2. Kommentare, Korrekturen, Kritik sind verboten.
  3. Viele Ideen in kürzester Zeit.
  4. Freies Assoziieren und Phantasieren ist erlaubt.

Erst wenn sich das in Perchtoldsdorf sicherlich reichlich vorhandene kreative Potenzial voll entfalten konnte – und es wäre doch sehr schade, wenn wir dieses für eine so wichtige Entscheidung nicht nutzen würden – geht es darum, aus der Fülle an Ideen umsetzbare Konzepte zu erarbeiten.

Und dann erst setzt der eigentliche Entscheidungsprozess ein. Wobei angedacht ist auch hier ein neu entwickeltes Entscheidungsverahren einzusetzen, das sich Systemisches Konsensieren nennt. Dieses Verfahren wurde entwickelt um auch in größeren Gruppen zu möglichst tragfähigen und dauerhaften Entscheidungen zu gelangen. Kurz gesprochen wird dabei nicht die einfache Mehrheit ermittelt, sondern die Lösung, die den geringsten Widerstand produziert, also jene, mit der möglichst alle am besten leben können.