Zwischenbericht „mobil 2030“

Am 29.10.2019 präsentierten die mit der Erstellung des Gesamtmobilitätskonzept für Perchtoldsdorf „mobil 2030“ beauftragten Firmen KH13 und con.sens dem Mobilitätsausschuss einen umfangreichen Zwischenbericht. Aus diesem gehen schon ein paar sehr interessante Zahlen hervor und es wird die Methodik anschaulich erklärt.

Die gesamte Präsentation kann hier heruntergeladen werden. Hier ein paar Highlights:

Titelblatt Screenshot_20191030_082631

Verkehrsbeziehungen Hauptort Screenshot_20191030_082403

Parkraum Stellplatzauslastung Screenshot_20191030_082201

ÖV-Versorgung Screenshot_20191030_081922

Marktplatz – Stand der Dinge Oktober 2019

Leider hat Frau Gemeinderätin Wladyka ärgerlicherweise wieder einmal ihre sehr selektive Sicht der Dinge in die Welt gesetzt. Ich nehme das aber dankend gerne zum Anlass, die Gesamtsicht zu skizzieren.

 

Tatsache ist, dass die Diskussion über Nutzung und Gestaltung des Marktplatzes seit den 1970er Jahren andauert und es immer wieder Vorstöße gegeben hat, sie endlich einmal zu einem Ende zu führen.

 

Der aktuell laufende Versuch in diese Richtung wurde im November 2016 bei einer Veranstaltung unter großer BürgerInnenbeteiligung in der Burg gestartet, siehe auch https://perchtoldsdorfmobil.wordpress.com/2016/11/10/marktplatz-staerkung-der-mitte/ – in dem Zusammenhang wurde die Fa. FCP mit der Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Und zwar mit Beschluss des Gemeindevorstands vom 30.11.2016 über € 22.200,-.

 

Das war schon alleine deswegen notwendig, um gesammelt festzustellen, was überhaupt möglich und was nötig ist. Im Zuge dessen wurden auch verschiedenste Gruppen von Betroffenen zu Workshops eingeladen, um ihre Meinungen und Anliegen einzuholen und in der weiteren Ausarbeitung zu berücksichtigen. „Ohne überhaupt die Meinung der Bürger zu berücksichtigen“ ist also grober Unfug.

 

Daneben hat es auch bei den alljährlichen DorfDialogen immer wieder die Einladung gegeben, Wünsche den Marktplatz betreffend einzubringen. Damit haben wir schon 2013 begonnen. Hier eine kleine Auswahl der Ergebnisse:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2015 hat es sogar eine Umfrage auf Facebook gegeben: https://www.facebook.com/groups/Perchtoldsdorf/permalink/10152711159572966/ – das alles ist in die Machbarkeitsstudie eingeflossen.

 

Die Machbarkeitsstudie war auch Voraussetzung, um überhaupt einen Architektur-Ideenwettbewerb abhalten zu können. Der war wiederum notwendig um zu einem durchgängig stimmigen Gestaltungskonzept zu gelangen. Der Wettbewerb wurde regelkonform nach den Vorgaben der Architektenkammer bis zum Sommer 2019 abgehalten und hat inklusive Organisation und Preisgelder die erwähnten € 35.000,- gekostet.

 

Tatsache ist auch, dass die Oberfläche immer wieder in Teilen saniert werden muss, was zu dem derzeit vorhandenen unansehnlichen Fleckerlteppich geführt hat. Und vor allem steht in nächster Zeit die Sanierung der Hauptwasserleitung an, nach der auch die Oberfläche wieder hergestellt werden muss. Und spätestens da wäre es hoch sinnvoll, das gleich richtig zu machen.
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Es besteht auch weitgehender Konsens darüber, dass der Perchtoldsdorfer Marktplatz vom historischen Ensemble her einer der schönsten Plätze Niederösterreichs ist und endlich auch eine dazu passende Oberflächengestaltung hoch verdient hätte – dann hätte er zweifellos das Zeug, zum schönsten Marktplatz überhaupt zu werden.

 

Tatsache ist weiters, das der Marktplatz bereits jetzt faktisch wie eine Begegnungszone gelebt wird und nichts dagegen spricht, diesen Zustand zu legalisieren. Siehe auch die aktuelle Frequenzzählung am Marktplatz in der Grafik unten, aus der auch ersichtlich wird, dass der Platz nicht nur bei den Schutzwegen gequert wird.
Frequenzzählung Marktplatz

 

Noch eine Tatsache ist, dass der Marktplatz eine Landesstraße ist und Schrägparker nicht mehr genehmigungsfähig wären. Bei der nächsten planmäßigen Sanierung durch das Land würden diese also ohnehin wegfallen.

 

Außerdem stammt die derzeitige Parkordnung aus einer Zeit, als die Autos noch wesentlich kleiner waren. Auch von daher besteht Handlungsbedarf, weil die beengten Verhältnisse immer wieder zu Kalamitäten führen. Schon aus diesen Gründen fallen einige der derzeit bestehenden 79 Stellplätze früher oder später weg. Das Siegerprojekt des Ideenwettbewerbs weist übrigens immer noch 55 Stellplätze aus. Der Verlust von diesen 24 Stellpätzen wurde aber schon in den letzten Jahren mehr als ausgeglichen. Es wurden bereits etliche Parkflächen mit über 200 Stellplätzen rund um das Ortszentrum neu angelegt um den Parkdruck am Marktplatz selbst zu reduzieren.

 

Stand der Dinge ist, dass das Siegerprojekt aus dem Ideenwettbewerb beim nächsten DorfDialog am 26.10. ab 11 Uhr in der Burg präsentiert wird. Bevor aber eine konkrete Umsetzung in Angriff genommen werden kann, muss freilich noch die Finanzierung geklärt werden und es ist dann auch noch eine große BürgerInnenversammlung geplant, wo im Einvernehmen mit den Architekten immer noch Wünsche nach Maßgabe der Möglichkeiten berücksichtigt werden können, bevor der Startschuss endgültig fällt.

 

Der Marktplatz hat für alle Perchtoldsdorferinnen und Perchtoldsdorfer eine immense Bedeutung und es ist durchaus sehr angemessen, sich gründlichst und professionell mit dessen Gestaltung auseinander zu setzen. Dass das nicht ganz gratis ist, sollte eigentlich auch jedem klar sein.

Mobilitätserhebung Perchtoldsdorf 2018

Seit 2003 lässt das Land Niederösterreich etwa im 5-Jahres-Rhythmus das Verkehrsverhalten der NiederösterreicherInnen erheben. Nun liegen auch die Ende 2018 erhobenen Ergebnisse für Perchtoldsdorf vor.

Vorneweg ein großes Dankeschön an alle, die sich an der Erhebung beteiligt haben! Mit einer Rücklaufquote von 33% liegt Perchtoldsdorf deutlich über den niederösterreichischen Durchschnitt von 28%.

Hier die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Durchschnittlich besitzt jeder Haushalt 1,4 Pkw und 1,9 Fahrräder.
  • 89% haben einen Führerschein erworben.

 

Verfügbarkeit Fahrrad ÖV-Zeitkarte

  • 88,4% der Personen verlassen werktags mindestens einmal ihr Haus/Wohnung
  • 3,6 Wege pro mobiler Person
  • Mobile Personen sind 36 Kilometer und 89 Minuten pro Tag unterwegs
  • 57% aller Wege werden werktags mit dem Auto zurückgelegt, mit einem Besetzungsgrad von 1,24 Personen je Auto.
  • Insgesamt legen die BewohnerInnen in Perchtoldsdorf (ab 6 Jahren) pro Werktag rund 45.000 Wege zurück, die im Schnitt 10 km lang sind. Damit ergibt sich eine durchschnittliche Verkehrsleistung pro Werktag von rund 0,5 Mio. Personenkilometern.

 

Modalsplit

  • Potential für Fuß- und Radwege ist vorhanden – fast ein Viertel aller MIV-Wege sind kürzer als 2,5 km!
  • 8% der MIV-LenkerInnenwege enden bereits nach 1 km und könnten somit – falls keine anderen beschränkenden Faktoren (z.B. Warentransport) vorhanden sind – auch zu Fuß zurückgelegt werden.
  • 23% dieser Wege enden nach 2,5 km und liegen damit unter der durchschnittlichen Radwegdistanz.
  • In Summe enden 50% der MIV-LenkerInnenwege nach max. 5 km und könnten teilweise mit dem Rad zurückgelegt werden. Mit einem Elektrofahrrad können zukünftig auch Strecken bis zu 10 km zurückgelegt werden, hier liegt ein weiteres Potential von zusätzlich bis zu 21% der Wege mit dem MIV.
  • Knapp die Hälfte aller Wege (werktags) sind Einkaufs-, Freizeitwege oder private Erledigungen.

Modalsplit nach Zweck

Die hiermit vorliegenden Ergebnisse fließen nun in das in Ausarbeitung befindliche Gesamtmobilitätskonzept für Perchtoldsdorf ein.

Besonders interessant wird es, wenn die Ergebnisse von 2018 mit jenen der  Mobilitätserhebung von 2013/14 verglichen werden. Hier z.B. der Modalsplit von damals:

Modalsplit 2013

Demnach hat sich der fußläufige Anteil um 3%, der Radanteil um 1% aber auch der MIV-Anteil um 3% erhöht, wohingegen sich der MIV-Mitfahr-Anteil um 1% und der ÖV-Anteil um 6% verringert hat.

Die CO2-Uhr

Die CO2-Uhr des MCC veranschaulicht, wieviel CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden darf, um die globale Erwärmung auf maximal 1,5°C beziehungsweise 2°C zu begrenzen. Mit wenigen Klicks können Sie die Schätzungen für beide Temperaturziele vergleichen und sehen, wieviel Zeit im jeweiligen Szenario bleibt.

Hier der Stand vom 24. Juli 2019 (Klick für aktuellen Stand):

CO2-Budget 2019 07 24

Die entscheidende Zahl sind die 1.331 Tonnen CO2, die derzeit pro Sekunde in die Atmosphäre entlassen werden. Die müssen erheblich reduziert werden, um die Entwicklung des Klimas von Kipppunkten fernzuhalten, an denen irreversible Effekte eintreten.

1.331 Tonnen pro Sekunde sind 79.860 Tonnen pro Minute bzw. 4,7 Millionen Tonnen pro Stunde oder knapp 115 Millionen Tonnen CO2 pro Tag.

Das Perchtoldsdorfer Rad-Opening 2019

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Eine Empfehlung aus dem neuen Radverkehrskonzept lautet, alljährlich die Radsaison gemeinsam feierlich zu eröffnen. Eine gute Gelegenheit für das Initial-Opening wäre am Ostermontag, den 22. April 2019. Nicht nur weil Ostern ein guter Zeitpunkt ist, etwas zu beginnen, sondern auch, weil ab nun die Diskussionen zu führen sind, welche Maßnahmenvorschläge aus dem Radverkehrskonzept wann und wie umgesetzt werden können.

Und nicht zuletzt hat sich die intensive Arbeit am Radverkehrskonzept einen würdigen Abschluss verdient. An dieser Stelle sei allen herzlich gedankt, die sich eingebracht haben. Allen voran DI Michael Skoric, der mit seinem Kollegen DI Michael Gretzl den Prozess professionell und engagiert in enger Kooperation mit Verkehrsreferentin Johanna Leitner abgewickelt hat. Ein großes Dankeschön geht auch an DI Michael Kniha, der als „Elder Trafic-Statesmen“ all seine Erfahrung und sein Wissen aus einem schier unerschöpflichen Archiv einfließen hat lassen.

Ok, wie machen wir ein Rad-Opening? Das zugehörige, passende Format muss freilich noch entwickelt werden, weswegen wir es mehr oder weniger low budget anlegen und dann schauen, was sich wo sinnvollerweise dazuschalten lässt. So ein Projekt braucht wohl ein paar Jahre um heran- und auszureifen. Dabei gehen wir fürs erste nach der Methode der offen fließenden Organisation vor. Wer sich einbringen möchte – in welcher Form auch immer – ist herzlich willkommen! Was sich bis 22.4. umsetzen lässt, wird in das Projekt integriert.

Aber beginnen wir einmal bei den Basics: Wo soll es stattfinden? Sinnigerweise auf Radrouten, wobei sich z.B. folgender Rundkurs ergeben könnte:

Route

Für jene, die z.B. einen Feiertagsausflug mit Rad und Familie planen, könnte die markierte Rad-Opening-Route quasi zum Ziel 1-Ausflugs-Gebiet werden. Es müssen ja nicht alle im Pulk gleichzeitig durch den Ort kreisen, es würde reichen, einander zu erkennen, um zu wissen, wer noch aller dabei ist. Anbieten würde sich da die mehr oder weniger dezente Schmückung des Fahrrads (da ließe sich auch ein Preis für das hübschest geschmückte Fahrrad ausschreiben)…

Entlang der Route können auch Zwischenziele ausgewiesen werden, Labestationen oder sonstige Attraktionen, wo man ins Gespräch kommen kann. Mit Klick auf die Grafik oben kommt man auf die zugehörige GoogleMap, wo die Routen und interessante Ziele beschrieben sind und ggf. zu Events weiterverlinkt wird. Beim Alten Bahnhof findet z.B. das traditionelle Osternestsuchen, umrahmt von Sonderfahrten auf der Kaltenleutgebner Bahn statt. Und es gibt an dem Tag sicher noch etliche weitere lohnenswerte Ziele oder Sehenswürdigkeiten, wo man immer schon einmal vorbeischauen wollte.

Die Map lässt sich freilich laufend um weitere Angebote ergänzen. Wer z.B. das Bedürfnis hat, den vielen Radfahrenden Danke dafür zu sagen, dass sie die Luft rein halten, keine Parkplätze brauchen, die Staus verkürzen und die Treibstoff-Preise niedrig halten, könnte für den Tag eine kleine Rast- und Labestation für sie einrichten, wo es je nach dem Speis und Trank, Musik und Tanz gibt – körperliche und seelische Stärkung so zu sagen 🙂

Wer einfach nur das Bedürfnis hat, auf den Plätzen und Plätzchen im Ort etwas zu unternehmen, Publikum anzuziehen oder zum Mitmachen animieren möchte, möge eine Kurzbeschreibung der geplanten Performance durchgeben, damit wir sie in der GoogleMap eintragen können.

Ja, schauen wir einmal was daraus wird. Gestaltungsvorschläge oder Gestaltungsbeiträge werden ab sofort auf allen Kanälen gerne entgegengenommen und eingearbeitet!

Viel Spaß beim Tüfteln und Aushecken, Planen und Gestalten 🙂

 

Das neue Perchtoldsdorfer Radverkehrskonzept liegt vor!

Nachdem am Freitag, den 22. Februar 2019 auch der 2. Workshop im Zuge der Erstellung des Radverkehrskonzepts für Perchtoldsdorf erfolgreich absolviert wurde, können hier die zugehörigen Unterlagen abgefragt werden.

-> Die Präsentation im Mobilitätsausschuss

-> Das Radrouten-Zielnetz

Zielnetz 2019 02 26

-> Die Maßnahmenliste

-> Maßnahmenvorschläge für 9 prioritäre Örtlichkeiten

SAMSUNG CSC

Damit liegt eine fundierte Grundlage für allfällige Umsetzungsmaßnahmen vor, die folgend vom Gemeinderat diskutiert und allenfalls beschlossen werden können.

Radverkehrskonzept: Viele Inputs beim 1. Workshop!

Bei knapp unter 0°C und etwas Wind startete am 30. November der 1. Workshop zum neuen Radverkehrskonzept mit einer Runde durch den Ort, um einige neuralgische Punkte direkt zu besichtigen.

Die Route führte vom Marktplatz in den Zellpark (ja, bei der Buchhandlung ist ein öffentlicher Durchgang), sodann beim Kulturzentrum vorbei zum Kreisverkehr beim Erholungszentrum. Schließlich über eine der schönsten Radrouten Perchtoldsdorfs auf dem Wasserleitungsdamm bis zur Ambros-Rieder-Gasse. Und anschließend durch diese, ein Stück Wiener-Gasse und die Eigenheimstaße bis zur Stuttgarterstraße, um dann über Matthias-Lang-Gasse, Christoph-Gluck-Gasse, Neustiftgasse und Fuggergassl wieder auf den Marktplatz zu gelangen.

 

Nach einer kleinen Aufwärm- und Stärkungspause präsentierten DI Michael Skoric und Michael Gretzl, BSc. was sie bisher zum Radverkehrskonzept erarbeitet hatten und wie es weitergehen soll. Die Präsentation kann hier herunter geladen werden.

Anschließend wurden verschiedenste Verbesserungsvorschläge eingebracht und diskutiert. Diskussionsgrundlage waren die nachfolgenden Pläne (anklicken, um sie in größerer Auflösung betrachten zu können).

Bestandsnetz 2018 11 30

Bestand Abstellanlagen 2018 11 30

Ebenso stand die Vision eines Radrouten-Zielnetzes zur Diskussion:

Zielnetz 2018 11 30

Die vielen Verbesserungsvorschläge werden nun in das neue Radverkehrskonzept eingearbeitet, das beim 2. Workshop, am 22. Februar 2019, Treffpunkt wieder um 15:30 Uhr vor dem Restaurant Alexander präsentiert und besprochen wird.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich bisher so konstruktiv eingebracht haben!

Wenn Sie Vorschläge oder Ideen haben, wie das Perchtoldsdorfer Radroutennetz sicherer und familienfreundlicher werden kann, zögern Sie bitte nicht hier einen Kommentar zu hinterlassen 🙂

 

Radverkehrskonzept in Angriff genommen!

Nachdem der Gemeindevorstand in seiner Sitzung am 12. September 2018 beschlossen hatte, ein Radverkehrskonzept für das Perchtoldsdorfer Radroutennetz in Auftrag zu geben, traf sich heute eine Arbeitsgruppe bestehend aus gf. GR Christian Apl, Verkehrsreferentin Johanna Leitner, Elder Statesman of Trafic DI Michael Kniha und Projektkoordinator DI Michael Skoric, um das Procedere zu starten. Die wichtigsten Punkte im Ablaufplan sind nun folgende:

  • 30.11.2018, 15:30 Uhr, Alexander: 1. Workshop (= 16. Mobilitätsplenum) mit Befahrung einiger neuralgischer Stellen und Präsentation des Prozesses
  • 22.02.2019, 15:30 Uhr, Alexander: 2. Workshop mit Befahrung der 10 verbesserungswürdigsten Stellen, Präsentation der Ergebnisse
  • März 2019: Kenntnisnahme durch den Gemeinderat
  • Frühling 2019: Großes Perchtoldsdorfer Rad-Opening

Plakat-Plenum16 3

Bis 30.11. werden Daten und Fakten erhoben. Wünsche, Anregungen, und Verbesserungsvorschläge aus eigener Beobachtung werden gerne ab sofort unter verkehr@Perchtoldsdorf.at gesammelt, um sie in den Prozess einfließen lassen zu können. Vielen Dank fürs Mitdenken 🙂

Das Problem mit der Engstelle in der Ambros Rieder-Gasse

Die Verbindung zwischen Donauwörther Straße einerseits und dem Autobahnzubringer über die Mühlgasse andererseits ist schon sehr lange das Problemkind in der Perchtoldsdorfer Verkehrs- bzw. Mobilitätspolitik. In dieser Grafik wird ersichtlich, wieso:Problemstellung

Seit kurzem liegt der Gemeinde eine verkehrstechnische Analyse und Beurteilung der Ambros Rieder-Gasse vor, die zu folgendem Schluss kommt:

Aus verkehrstechnischer Sicht ist der vorhandene Straßenraum (im Bereich der Engstelle) mit den gegebenen Anlageverhältnissen nicht geeignet, die bestehenden Verkehrsfrequenzen im Sinne der Erfordernisse für die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs aufzunehmen.

01 Ambros-Rieder-Gasse

Besonders das Thema Sicherheit muss uns als Gemeinde beschäftigen. Es kommt nämlich auf einer  Länge von mindestens 50m zu einer signifikanten Überlappung des Lichtraums der Fahrzeuge mit dem Verkehrsraum der FußgängerInnen. D.h. dass z.B. die Rückspiegel über den Gehsteig ragen. Und das selbst dann, wenn sich alle StVO-konform verhalten, also nicht schneller als 40 km/h fahren und das Fahrzeug inklusive Rückspiegel nicht breiter als die dort vorgeschriebenen 2 Meter ist. Aber wie viele Autos gibt es heutzutage noch, die so schmal sind? Und wie viele wissen, dass ihr Auto inklusive Rückspiegel breiter als 2 Meter ist?

Es hat in der Vergangenheit nun schon zahlreiche Versuche gegeben, um dieses Problem zu beheben, diese führten aber allesamt nicht zu einer dauerhaften Lösung.

Gegenwärtig wird nun ein Ansatz untersucht, wonach das Linksabbiegen von der Donauwörtherstraße in die Wienergasse möglich wird. Diese Variante war immer schon in Diskussion, galt aber auch wegen der beengten Anlageverhältnisse als eher schwierig umzusetzen.

Da wir wirklich alle Varianten bis ins Detail ausloten müssen, hat die Gemeinde eine Machbarkeitsuntersuchung in Auftrag gegeben, aus der hervorgeht, wie eine Linksabbiegemöglichkeit umsetzbar wäre.

Hier ist der Plan dazu:

Plan Linksabbieger Spitalskirche

Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Variante etwa 75% des aktuell durch die Ambros Rieder-Gasse fahrenden Verkehrs aufnehmen kann. Die übrigen 25% würden sich über andere Routen verteilen.

Diese Lösung hätte auch einen großen positiven Nebeneffekt. An der Kreuzung Wienergasse / Donauwörther Straße kommt es trotz Ampelregelung immer wieder zu heftigen Unfällen. An den letzten vier waren illegale Linksabbieger beteiligt. Das jetzt auch schon sehr gehäuft vorkommende Linksabbiegen wäre mit Umsetzung dieser Variante geregelt, legalisiert und ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Da das freilich auch ein größerer Eingriff in die Verkehrsorganisation im Ort ist, muss gleichzeitig auch eingehend untersucht werden, welchen Beitrag die Ambros Rieder-Gasse zur Bewältigung des Mobilitätsbedarfs leisten kann. Da hilft zB ein Blick auf das Perchtoldsdorfer Radroutennetz weiter, insbesondere in Hinblick auf seine Familienfreundlichkeit:

Perchtoldsdorf_A3-Schubert&Frantzke+Qualitäten+Straßennamen

Wie zu erkennen ist, verläuft quer durch Perchtoldsdorf eine Barriere, die den Ort punkto familienfreundlicher Radverbindung in einen Nordwestteil und einen Südostteil spaltet. Und es ist auch zu erkennen, wo sich diese Barriere am ehesten überwinden ließe: nämlich zwischen Ambros Rieder-Gasse und Eigenheimstraße. Das wäre zudem nicht nur im örtlichen Radroutennetz ein strategisch wichtiger Lückenschluss sondern auch im überörtlichen, da dort so gut wie alle Radrouten zu Zielen außerhalb Perchtoldsdorfs zusammenlaufen. Die neue Nutzung des Ambros Rieder-Gasse könnte so sogar einen entscheidenden Beitrag leisten, die Verkehrsbelastung im ganzen Ort und darüber hinaus zu reduzieren.

In einem nächsten Schritt muss untersucht werden, welche Veränderungen diese Maßnahme im Modal Split bewirkt. Es wäre nicht verwunderlich, wenn wir so in Perchtoldsdorf die Vorgabe aus der Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung, nämlich den Radverkehrsanteil zu verdoppeln, erreichen können. Bei der letzten Mobilitätserhebung des Landes NÖ aus 2013/14 kam Perchtoldsdorf auf einen Radverkehrsanteil von 5%. Da haben wir im Vergleich mit anderen Orten noch gehörig Luft nach oben.

Ja, noch ist nichts definitiv entschieden, außer dass in absehbarer Zeit eine dauerhafte Lösung herbeigeführt werden muss. Aber meiner Einschätzung nach waren wir einer solchen noch nie so nahe 🙂

 

 

 

Mobilitätsbefragung 2018: Land NÖ ruft zur Teilnahme auf!

Alle fünf Jahre führt das Land Niederösterreich eine landesweite Befragung durch, um Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche in Fragen der Mobilität zu erheben. „Uns geht es darum, dass die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher die besten Möglichkeiten vorfinden, um möglichst sicher, schnell und umweltschonend von A nach B kommen zu können“, erklärt Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko die Hintergründe dieser Befragung. Für eben diese Planungen braucht es entsprechende Grundlagen. „Aus diesem Grund möchte ich darum bitten, die Chance zu nutzen und an der Befragung teilzunehmen“, so der Landesrat.

Um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten, werden Fragebögen nach dem Zufallsprinzip an insgesamt 33.000 Haushalte im ganzen Land übermittelt. Dem Land Niederösterreich ist bewusst, dass sich die Bedürfnisse der Bevölkerung deutlich voneinander unterscheiden. In Ballungszentren gibt es andere Ansprüche als etwa in Tälern des Alpenvorlands. Deshalb ist es wichtig, dass sich alle Ausgewählten an der Befragung beteiligen. Zusätzlich gibt es für alle, die nicht postalisch angeschrieben wurden, die Möglichkeit die Fragebögen auch online auszufüllen. Nutzen Sie die Chance die Verkehrsplanung in Ihrem Heimatland weiter zu verbessern und nehmen Sie unter www.noe.gv.at/mobilitaet an der Befragung teil! Dort finden sich auch weitere Informationen zum gesamten Projekt.